Systemaufstellungen

Das Feld sinnvoller Anwendungen von Natur–, Landschafts– und Siedlungsaufstellungen ist weit.

Anwendungsbereiche:

Persönlichkeitsentwicklung: Wer sich auf die Methode einlässt und mit ihr arbeitet, wird sich verändern. Scheinbar unumstössliche Wahrheiten zeigen sich als veränderliche Ansichten und Vorstellungen, persönliche Eigenschaften als Rollen, die bei Bedarf auch abgelegt werden können.

Architektur, Forstwirtschaft, Gartenbau, Landschaftsplanung, Landwirtschaft u.a.: Die Methode eignet sich hervorragend, um Fragen oder Probleme zur Planung, zur Projektierung oder zur Ausführungen bestimmter Vorhaben in den genannten Bereichen zu verstehen und Lösungen zu finden. Die Ausgangsfrage oder das Problem wird immer im Rahmen eines bestimmten Systems betrachtet. Die räumliche Darstellung ist bereits Teil der Lösung, weil auf eine neue Art gesehen werden kann, worum es geht. Weil angespannte Systeme nach Ausgleich streben, werden sowohl Blockaden als auch Lösungsweg sichtbar.

Therapie: Der Ort wo wir geboren sind, Bäume die wir kennen, eine Landschaft die wir lieben, all dies sind starke Kraftquellen. In Naturaufstellungen wird die Zugehörigkeit zu solchen Quellen unmittelbar erlebt, ihre Kraft wird verfügbar. Für Menschen, die sich schwach und mutlos fühlen, ein erstaunliches Erlebnis. Kundig begleitet, wird das Erlebnis zum Ausgangspunkt einer nachhaltigen Besserung.

Umweltbildung: Die Beziehungen und die Dynamiken von Ökosystemen werden als Stellvertreter eines Baches, eines Baumes, eines Vogels oder eines anderen Mitgliedes eines solchen Systems erlebt. Das ist Umweltbildung mit allen Sinnen und mit unmittelbarer Erfahrung von Zugehörigkeit. Dieses leibliche, teilnehmende Verstehen ist komplementär zum "objektiven Beobachter" der Naturwissenschaften. Erst im Zusammenspiel beider Ansätze kann Natur "verstanden" werden.

Konfliktlösung: Oft sind Planungen und Bauten in Siedlungen, im ländlichen Raum oder in naturnahen Lebensräumen von Konflikten begleitet. Mit den Natur–, Landschafts– und Siedlungsaufstellungen wird das Verhältnis der Interessenvertreter untereinander, ihre Stellung zum Vorhaben aber auch zu bestehenden Siedlungen und zu Natur und Landschaft deutlich sichtbar. Diese Klarheit ist Ausgangspunkt für Veränderung. Weil die Beweggründe der Beteiligten erkannt und gewürdigt werden, kann ein Dialog einsetzen.

Beispiel Gartenplanung:

Ein grosser alter Garten mit Nadelbäumen, die Haus und Garten Jahr für Jahr stärker beschatten. Hier wohnt eine Familie, die sowohl die Bäume und die Vögel darin liebt, als auch die lichtbedürftigen Kräuter am Teich.

Gerne hätten alle wieder mehr Licht im Haus. Der Gartenplaner leitet eine Naturaufstellung, dabei kommt das ganze System Garten ins Blickfeld, nicht nur einzelne grosse Bäume. Der Leiter lässt die Familienmitglieder verschiedene Rollen einnehmen: Rollen für Bäume, Kräuter und Tiere. So fühlen sie die Eigenart der Lebewesen ihres Gartens und erleben starke und schwache Beziehungen zwischen ihnen.

eine Eiche
 

Sie sind erstaunt, wie unterschiedlich es wirkt, wenn der Mammutbaum oder wenn die Waldkiefer aus dem System entnommen wird. Ohne Mammutbaum wird es deutlich leichter, ohne Waldkiefer entsteht im Garten eine Leere. Nach der Aufstellung trifft die Familie ihre Entscheide rasch, einvernehmlich und mit Zuversicht. Zwei Bäume werden gefällt, und sofort fühlen vor allem die Kinder eine neue Leichtigkeit.

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