Friederich Berchthold Wasser

Friederich Berchthold Wasser
  • 21. März 1951, verheiratet Vater von zwei Töchtern, lebt in Thun (Schweiz)
  • Forstingenieur ETH, Systemsteller und Mediator. Seit 25 Jahren eigenes Planungs- und Beratungsbüro für Wald- und Standortfragen in Thun
  • Aus- und Weiterbildungen:
    • 1967 – 1971 Lehre als Fernmelde- u. Elektronikapparate Monteur (Autophon AG Solothurn)
    • 1974 - 1977 Vorbereitung eidgenössische Matura Typ C (berufsbegleitend, Abschluss 1997)
    • 1978 – 1983 Studium Forstwissenschaften ETH-Zürich (Diplom 1983)
    • 1999 – 2003 Aus- und Weiterbildung zum Systemsteller bei Karl-Heinz Rauscher (D), Daan van Kampenhout (NL) und Francesca Boring (USA)
    • 2008 – 2010 Ausbildung als Mediator bei Inmedio Berlin

Seit über fünfundzwanzig Jahren darf ich mich mit dem Wald, insbesondere mit der Erarbeitung von Grundlagen zur Betreuung der Schutzwälder in den Alpen beschäftigen.

Die vielfältige Lebensgemeinschaft Gebirgswald war während vieler Jahre meine wichtigste Lehrmeisterin. Für das Bundesamt für Umwelt in Bern konnte ich zusammen mit engagierten Gebirgsförstern Handlungsstrategien für die Pflege der Gebirgswälder entwickeln und meine Erfahrungen an Förster und Umweltfachleute weitergegeben. In all den Jahren habe ich erfahren, dass die gängigen analytischen Methoden das Beziehungsgeflecht und die Dynamik eines Gebirgswaldes nur beschränkt abbilden können.

Auf der Suche nach alternativen Ansätzen stiess ich 1998 auf die Familienaufstellungen. Diese Arbeit hat mich fasziniert und mir war klar, dass die Prinzipien dieser Methode auch zur Diagnose und zur Lösungsfindung von Fragen und Konflikten im Natur- und Umweltbereich angewendet werden können. So habe ich im Jahr 2000 begonnen auf der Grundlage der Systemaufstellungen die Naturaufstellungen zu entwickeln, zuerst alleine, dann in einem internationalen Team. Nachdem ich zusammen mit Kenneth Sloan 2009 einen ersten Weiterbildungszyklus angeboten habe, verbreiten sich die Naturaufstellungen mehr und mehr und es zeigt sich, dass sie im Natur- und Umweltbereich früher oder später breite Anwendung finden werden.

Bei der Bearbeitung vieler Projekte hat sich gezeigt, dass es für die Lösung nicht weitere Untersuchungen und Gutachten braucht, sondern die Bereitschaft der Interessengruppen aufeinander zuzugehen. Zum Beispiel konnte ich zwischen 2007 und 2009 zusammen mit Fachleuten der wichtigsten Verbände, der Kantone und des Bundes für das Bundesamt für Umwelt in Bern (BAFU) die Grundanforderungen an den naturnahen Waldbau erarbeiten. Fachlich wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden, doch das Beharren einzelner Interessensgruppen auf fixen Positionen verunmöglichte die Einführung. Weil mit Hilfe der Mediation das Aufweichen erstarrter Positionen und das Finden echter Win-win Lösungen möglich ist, habe ich von 2008 bis 2010 eine Mediationsausbildung gemacht und erfolgreich abgeschlossen. Ich freue mich darauf, dass ich diese Kompetenz nutzen und viele Konfliktparteien aus lähmenden Verstrickungen zu befreienden Entwicklungen führen kann.